Landvolk
Bewegung

Die KLB im Kreis Neumarkt
Kreisvorstandschaft
Kreisvorsitzende: Anni Zach, Mallerstetten
Kreisvorsitzender: Michael Graml, Rothenfels
Schriftführerin: Agnes Vogl, Velburg
Landvolkpfarrer: Pfarrer Wolfgang Jäger, Deining
1. Beisitzer: Karl Walthier
2. Beisitzer: Gertraud Seifert, Velburg
3. Beisitzer: Walburga Kienlein, Waltersberg
4. Beisitzer: Maria Bayer, Döllwang
Ihr Ansprechpartner im Kreis Neumarkt:
Michael Graml
Burgstraße 4
92364 Deining
09184 - 2134
Das Jahresprogramm 2010 ist soeben erschienen!
Erhältlich als pdf auf dieser Seite oder über die KLB-Diözesanstelle
Was hat der Klimawandel mit mir zu tun ? Markus Schweizer referierte in Deining
Umwelt – Referent Markus Schweizer von der Diözese Eichstätt eröffnete seinen Vortrag im Pfarrheim Deining bei der KLB Neumarkt zum deutschlandweiten Jahresthema „fairwandel dein Klima“ mit einem Rückblick auf die Schöpfung der Erde. Zuletzt erschuf Gott die Menschen und gab Ihnen den Auftrag, die Welt zu gebrauchen, - nicht aber zu verbrauchen. Gott wünscht allen Menschen ein Leben in Fülle. Zu einem Leben in Fülle gehört eine intakte Umwelt mit reinem Wasser und gesunder Luft.
Nicht nur die Politiker und Wirtschaftsbosse, nein alle Menschen und insbesondere alle Christen sind zu einem umweltbewussten und klimaneutralem Verhalten aufgerufen.
Ein Leben auf der Erde ist nur deshalb möglich, weil die Erde, anders als alle anderen Planeten von einer ca. 20 km starken Schutzschicht, der Atmosphäre umgeben wird, und dadurch eine weltweite Jahresdurchschnittstemperatur von rund 15+ °C ( d. h. 15 Plusgraden ) gegeben ist. Dies sind ideale Lebensbedingungen für die Pflanzen- und Tierwelt und insbesondere für den Menschen. Die Atmosphäre übernimmt dabei die Funktion, dass diese einerseits das Licht der Sonne auf die Erde lässt und andererseits verhindert sie das Entweichen der Wärme. D. h. die Atmosphäre speichert die Wärme in einem idealem Ausmaß. Ohne diese Schutzschicht hingegen würde die Jahresdurchschnittstemperatur rund 18 Grad unter dem Gefrierpunkt, als 18- °C betragen. Jeder Flugreisende konnte schon beobachten, dass mit zunehmender Flughöhe die Minusgrade immer höher geworden sind. Bei permanenten Minusgraden gibt es kein flüssiges Wasser und dadurch gibt es auf anderen Planeten auch kein Leben.
Wenn wir uns die Atmosphäre näher betrachten, so geht es um die Frage, aus was setzt sich unsere Luft denn eigentlich zusammen? Die Luft besteht zu rund 78 % aus Stickstoff, zu rund 21 % aus Sauerstoff und nur zu rund 1 % aus sog. Edelgasen. Von diesem 1% Edelgasen entfallen auf das Kohlendioxid ( = CO 2 ) nur 0,03 %. Aber genau dieser verschwindend geringe Anteil an Kohlendioxid in der Luft ist ( neben anderen klimawirksamen Gasen ) für das Ausmaß der Wärmerückstrahlung der Atmosphäre verantwortlich. Je höher der CO 2 – Gehalt, desto höher ist die Wärmerückstrahlung. Dies wird auch als Treibhauseffekt bezeichnet.
Der steigende CO 2 – Gehalt der Luft hat zwangsläufig eine Erderwärmung zur Folge. Wie bereits oben ausgeführt haben wir derzeit auf der gesamten Erde im Durchschnitt eine Jahresdurchschnittstemperatur von 15+ °C. Wenn wir rund 10.000 bis 12.000 Jahre zurückblicken, dann war damals in unserer Region Eiszeit. Erstaunlich ist, dass zu der damaligen Zeit die Jahresdurchschnittstemperatur nur um 3 °C kälter war als heute, d. h. wir hatten damals 12+ °C. Dieser Vergleich veranschaulicht, was es bedeutet, wenn sich die Jahresdurchschnittstemperatur nur um wenige Grad Celsius ändert.
Zur Zeit sind sich alle Wissenschaftler der ganzen Welt einig, dass infolge des steigenden CO 2 – Gehalts aus dem ungebremsten Verbrauch der fossilen Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas eine Erderwärmung unvermeidbar ist. Der derzeitige Klimawandel ist also in erster Linie vom Menschen selbst gemacht. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß eine Erderwärmung kommt, da dies in erster Linie von dem künftigen CO 2 – Ausstoß der Weltbevölkerung und dem klimaneutralem Verhalten der Weltbevölkerung abhängig ist.
Die Erderwärmung führt neben dem Abschmelzen von Gletschern in den Gebirgen, vor allem zum Abschmelzen der riesigen Eismassen an der Antarktis. Dies hat einen Anstieg des Meeresspiegel zur Folge, wovon vor allem die armen Küstenländer betroffen sind. Auch Deutschland und USA und viele küstennahe Großstädte der Welt sind davon betroffen. Ein vollständiges Abschmelzen der Antarktis wäre ein absolutes Horrorszenario, welches wohl zur Folge hätte, dass der Meeresspiegel um rund 60 Meter steigen würde und die Nordsee bereits bei Köln beginnen würde.
Im Gegenzug sind sich aber eine Vielzahl von Wissenschaftlern dahingehend einig, dass weltweit große Anstrengungen unternommen werden müssen, um auf Sicht von 50 - 100 Jahren nur eine Erderwärmung von 3 °C zu bekommen.
Da die Hauptursache der Klimaerwärmung der steigende Anteil des CO 2 – Gehalt ist, sollen folgende Beispiele und Zahlen zu einem Umdenken anregen:
- Beim Verbrennen von 1 Liter Öl werden rund 3 kg CO 2 erzeugt.
- Wer mit einem Auto 10.000 km im Jahr fährt erzeugt rund 1,5 Tonnen CO 2. ( Allein in der BRD gibt es rund 50 Mio Autos ).
- Ein Haushalt, der 6.000 KW Strom verbraucht, erzeugt rund 3 to CO 2.
- Im Vgl. dazu bindet eine Fichte im Laufe von 100 Jahren rund 1,8 Tonnen CO 2. ( Beim Verbrennen der Fichte wird dieses gebundene CO 2 aber auch wieder freigesetzt ).
Weltweit werden täglich 65 Mio Tonnen CO 2 freigesetzt, 26 000 ha Regenwald abgeholzt und 9,1 Mrd. Kubikmeter Frischwasser verbraucht.
Es hätte unvorstellbare Auswirkungen, wenn binnen weniger Jahre die gesamte Weltbevölkerung, die gleiche Autodichte und das gleiche Konsumverhalten pro Einwohner hätte wie die BRD. Dann würde es keine 50 Jahre dauern bis sich die Erde um 2 – 3 °C erwärmt hätte.
Um keinen falschen Eindruck zu vermitteln wird nochmals klargestellt, dass die Welt auch einen Temperaturanstieg von 3 °C und mehr problemlos verkraften kann. Die Leidtragenden sind die Menschen und die Pflanzen – und Tierwelt. Besonders hart würde es wieder die armen Länder und insbesondere die jeweils armen Bevölkerungsschichten fast aller Länder treffen.
Aus sozialen Gründen und insbesondere aus der Sichtweise der christlichen Nächstenliebe und der christlichen Verantwortung für den Nächsten sollten uns alle Menschen am Herzen liegen. Deshalb geht uns dieses Thema „Klimawandel“ alle an.
Wir dürfen nicht länger die Umwelt gedankenlos verschmutzen und ausbeuten, begrenzte Rohstoffe im Übermaß verschwenden, Energie in Unmengen verbrauchen und dadurch den CO 2 – Gehalt und Treibhauseffekt in unnötiger Weise steigern.
Die Katholische Landvolkbewegung hat die Zeichen der Zeit erkannt und deshalb im Jahr 2010 das Jahresthema „fairwandel dein Klima“ gewählt.
Die KLB schließt sich der Meinung des Referenten an, dass nicht nur hochrangige Politiker und Wirtschaftsbosse umdenken müssen, sondern dass jeder nach seinen Möglichkeiten seinen Beitrag zu diesem Thema leisten kann und soll.
Hierzu gibt es vielfältige Ansatzpunkte, welche nachfolgend kurz und stichpunktartig angerissen werden sollen:
1. Energie sparen hat die oberste Priorität
- Kurzstrecken nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen
- Nutzung von Einkaufsmöglichkeiten vor Ort statt in der Kreisstadt
- verstärkte Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, wo möglich und sinnvoll
- Bildung von Fahrgemeinschaften soweit möglich
- Anbringung von Wärmedämmung bei alten Häusern, Installation von Wärmepumpen
- Verzicht auf stand-by Funktionen bei Haushaltsgeräten, d. h. Stecker aus der Steckdose ziehen, da viele Geräte auch im Nichtbetrieb Strom unnötiger Weise verbrauchen
- Bau von Passivhäusern mit Wärmerückgewinnung und guten Dreifachglasisolierungen, sowie Nutzung von Wintergärten
- Verzicht auf aufwendige und energieintensive Weihnachtsdekorationen und dgl.
2. Energieverbrauch effizient gestalten
- Einsatz von Energiesparlampen statt herkömmlichen Lampen
- Kauf von sparsamen Autos
- Durch Einsatz von Wasserspareinsätzen an Wasserhähnen wird der Wasserverbrauch und damit auch der Energieverbrauch für Warmwasser reduziert.
- Einsatz von energiesparsamen Kochgeschirr
3. Erneuerbare und nachwachsende Energiequellen sind zu bevorzugen
- Nutzung von Solarstrom für Warmwasseraufbereitung und zur Heizungsunterstützung
- Errichtung von Photovoltaikanlagen auf Dachflächen
- Nutzung von Windkraftenergie und Wasserkraftenergie
- Einsatz von Hybridautos, sowie Nutzung von Autos und Schlepper mit Biodiesel / Rapsöl
- Bau von Häusern mit Erdwärmeheizung ( = umgekehrtes Kühlschrankprinzip, d. h. die Wärme des Erdreiches = rund 8 + °C ab einer Tiefe von 1,50 Meter, wird zur Beheizung des Hauses verwendet )
- Bau von zentralen Hackschnitzelheizungen mit gut isolierten Fernwärmeleitungen
4. Veränderung der Eßgewohnheiten und des Einkaufsverhaltens
- Kauf und Verzehr von frischen Produkten aus der Region ( d. h. keine langen Transportwege )
- Ab November Verzicht auf Gurken und Salat, da diese importiert bzw. mit hohem Energieaufwand und verbunden mit hohem CO 2- Ausstoß produziert und transportiert werden müssen
- Keine Erdbeeren zu Weihnachten
- Gemüse nur kurz andünsten statt weich kochen
- Leitungswasser trinken statt Mineralwasser teuer kaufen und transportieren
Die oben genannten Beispiele sind nur ein kleiner Auszug aus den vielen Möglichkeiten, die fast allen von uns zur Verfügung stehen, damit auch wir unseren positiven Beitrag zum Klimawandel leisten können.
Im Bezug auf den Klimawandel müssen alle Menschen begreifen, dass wir sowohl Verursacher des Klimawandels, wie auch Betroffene des Klimawandels sind. Ein weiteres Wegschauen und nichts Tun ist daher die falsche Einstellung.
Die Katholische Landvolkbewegung möchte die Menschen wachrütteln und zu einem besserem Umweltbewusstsein und einem verändertem Konsum- und Energie verhalten anspornen.
Dies ist der Mensch sich selbst und der Umwelt, sowie seinen Nachkommen und seinem Schöpfer und Gott gegenüber schuldig.
Jeder Mensch wird am Ende seines Lebens von Gott gefragt werden:
- Wie bist du mit der von mir anvertrauten Welt umgegangen ? ( Vgl. Schöpfung )
- Was hast du aus deinen Talenten gemacht ? ( d. h. setze dein Wissen auch um )
- Welche positiven Beiträge hast du zum Klimawandel geleistet ?
Wollen wir hoffen, dass der Referent Markus Schweizer mit diesem Vortrag und die Katholische Landvolkbewegung mit diesem Artikel und dem Jahresthema „fairwandel dein Klima“ wertvolle Impulse und Anregungen für eine positive Beeinflussung des Klimawandels geben konnten.
Michael Graml, der Vorsitzende des Kreisverbandes der Katholischen Landvolkbewegung dankte dem in Parsberg geborenen Referenten Markus Schweizer für seinen hochinteressanten und anschaulichen Vortrag und beendete die in Deining stattgefundene Informationsveranstaltung mit dem Schlusswort:
Unser Ziel muss es sein, lieber gut zu leben, statt viel zu haben.
Verfasser: Schriftführer Sebastian Schön
Familienwanderung in Breitenbrunn
Foto: Knipfer
Breitenbrunn (kf). Die katholische Landvolkbewegung Neumarkt hat zusammen mit der Breitenbrunner KAB und dem Obst- und Gartenbauverein (OGV) Dürn unlängst eine sonntägliche Familienwanderung unternommen.
Gemeinsam wanderten Jung und Alt von der Breitenbrunner St.Sebastianskirche aus nach Bachhaupt, um dort an der „Wolfsteiner-Kapelle“ bei einer kurzen Andacht der Schlussrast noch eine besondere Note zu geben. „Wir sind heute gemeinsam unterwegs, spüren die Anstrengung in den Beinen. Wir schwitzen und plagen uns, aber größer als die Anstrengung ist die Freude darüber, dass wir gemeinsam unterwegs sind. Und die Schöpfung gibt uns eine innere Kraft. Ich lade euch ein, die Schönheit der Natur bewusst anzuschauen. Freuen wir uns über dieses besondere Geschenk Gottes an uns. Lassen wir es tief in uns hinein. Gott ist es, der uns mit der Natur segnet.“ Mit diesen Gedanken ging Michael Graml, der Vorsitzende der Landvolkbewegung, bei der Andacht auf den Spaziergang ein, bevor sich die Wanderer im Schatten an Bach gekühlten Getränken, gebratenen Würsten oder Kaffee und Kuchen von der über zweistündigen Tour bei „endlich wieder Sonne“ erholen konnten.
Nicht auf direktem Weg war man durch das Bachhaupter Tal zum Ziel gewandert. Der KAB- und OGV-Vorsitzende Karl Waldhier ließ die naturbegeisterten Besucher durch das Ehtal auf einem Teil des Breitenbrunner Rosenweges nach Buch wandern. Hier kam verspätet Diakon und Kreisfachberater Franz Kraus, „abgekämpft“ von der Heuernte, dazu und verpasste den Wanderern eine Führung durch den Wildrosengarten. Noch waren nicht viele der über 20 verschiedenen Rosensorten in Blüte.
Mehr als ausführlich informierte Franz Kraus über die Herkunft der Rosen, die vielen unterschiedlichen Arten und deren Erkennungsmerkmale, bevor man von der Höhe herunter durch den von Schafen gepflegten Trockenrasen, an einer Schafherde und den Bachhauptfelsen vorbei endlich die „Wolfsteiner-Kapelle“ in Bachhaupt als Ziel erreichte. Nach der kurzen Andacht ging es zur verdienten und erfrischenden Rast. „In Allem liegt etwas Schönes – die Schönheit der Welt und damit die eigenen Werte entdecken“, so war diese Familienwanderung gedacht und so fasste sie Michael Graml am Ende der Andacht zusammen und war sich sicher, dass die Teilnehmer dieser Wanderung mit derselben Begeisterung an diesem Nachmittag in diesem gesegneten Stückchen Heimat gemeinsam unterwegs waren.
Othmar Kipfer (kf),
Vortrag von Dekan Elmar Spöttle: "Gerecht leben"
Am Sa. 20.02.10 veranstaltete der Kreisverband Neumarkt der KLB Eichstätt einen Einkehrtag in Finsterweiling in der Pfarrei Velburg zum Thema: „Gerecht leben in dieser Welt – Leitgedanken aus der Sozial – Enzyklika von Papst Benedikt XVI“
Zu Beginn zelebrierte Pfarrer Elmar Spöttle aus Velburg einen Gottesdienst in Oberweiling. Die beiden Hauptthemen waren Fastenzeit und Gerechtigkeit. Zentrale Aussage: Der Sinn des Fastens liegt nicht etwa im Abnehmen oder dgl. sondern in der Entsagung aus Liebe zu Gott. Durch diese Entsagung wird man einerseits demütig und nicht so anfällig für die Sünden des Alltags und andererseits steigt dadurch auch die Bereitschaft zum Teilen. So schlug Pfarrer Spöttle die Brücke zum zweiten Schwerpunkt, dem Thema der Gerechtigkeit.
Im Gasthaus Adelfinger in Finsterweiling (Terassenhof) blickte Pfarrei Spöttle zunächst in die Vergangenheit und befasste sich mit der Frage, wer bzw. welche Päpste sich in den Vergangenheit mit der „Sozialen Frage“ beschäftigt haben. Es waren dies vorrangig Papst Leo XIII ( 1878 – 1903 ) sowie anschl. Adolf Kolping und daraus abgeleitet die Organisation Kolping, die KAB und die KLB und nun Papst Benedikt XVI.
Mit der neu erschienenen Sozial – Enzyklika will Papst Benedikt das Bewusstsein der Industrieländer wachrütteln und die Verantwortung für eine gerechte Verteilung und einen gerechten Verbrauch von Rohstoffen und Gütern in den Vordergrund rücken. Er nimmt die unterschiedliche Entwicklung der Länder unter die Lupe und fordert alle Nationen zu einem geistigen Umdenkungsprozess auf, damit auch in Zukunft bzw. zukünftig ein friedliches bzw. friedlicheres und menschenwürdiges Leben zwischen und innerhalb der verschiedenen Nationen möglich ist.
Hierbei betont er die besondere Rolle der Christen und das Erkennungsmerkmal des Christentums, der Liebe zu Gott, der Nächstenliebe und der Eigenliebe.
Mit dem Werk „caritas in veritate“ ( = sinngemäß „Liebe in Wahrheit“ ) verdeutlicht Papst Benedikt XVI, dass der Gedanke der Gerechtigkeit für das Christentum untrennbar mit der wahrhaften Liebe verbunden ist. Bei dieser wahrhaften Liebe handelt es sich um eine unveränderliche Grundhaltung und Grundeinstellung der Christen, die darüber hinaus sowohl gefühlsmäßig, wie auch verstandesmäßig zu verstehen ist. Dies führt dann zwangsläufig dazu, dass das Gemeinwohl Vorrang vor Einzelinteressen haben muß bzw. haben müsste.
So hat Pfarrer Spöttle die Botschaft des Papstes
„Liebe (caritas) ist eine außerordentliche Kraft, welche den Menschen drängt, sich mutig und großherzig auf dem Gebiet des Friedens und der Gerechtigkeit einzusezten.“ (CIV 1 ) kurz und bündig wie folgt veranschaulicht:
„ Liebe drängt uns zum Frieden und zur Gerechtigkeit.“
Weiter hat Pfarrer Spöttle die Aussage des Papstes „Die Gefahr unserer Zeit besteht darin, dass der tatsächlichen Abhängigkeit der Menschen und der Völker untereinander keine ethische Wechselbeziehung von Gewissen und Verstand entspricht „ ( CIV 9) übersetzt in „Globalisierung braucht Wechselbeziehung von Gewissen und Verstand“
Darüber hinaus hat Pfarrer Spöttle die Aussage des Papstes Benedikt XVI „ Das Wirtschaftsleben soll auf das Erlangen des Gemeinwohls ausgerichtet werden „ ( Quelle CIV 36 ) als „Gemeinwohl vor Profit „ vranschaulicht.
Über diese und viele andere Leitthesen haben die rund 40 Teilnehmer dieses Einkehrtages der Kath. Landvolkbewegung mit Pfarrer Spöttle und dem Kreisvorsitzenden Michael Graml diskutiert. Bald hat man festgestellt, dass es keine allgemein gültige und für alle Menschen verbindliche Auslegung des Begriffes der Gerechtigkeit gibt.
Einig war man sich aber darüber, dass neben der Bereitschaft zum Teilen mit Armen ein Umdenken im Hinblick auf ein “nachhaltiges Wirtschaften“ im Sinne eines sozialverträglichen, umweltfreundlichen, ressourcenschonenden und gerechten Handelns aller Betroffenen, vor allem der Unternehmer und der Industriestaaten zunehmend an Bedeutung gewinnt oder zumindest an Bedeutung gewinnen sollte.
Dies ist die Kern – Botschaft der Sozial – Enzyklika von Papst Benedikt XVI, der uns Christen und alle Nationen zu einem geistigen Umdenken hin zu einer wahrhaften und gerechten Liebe und Gerechtigkeit auffordert, welche wir vor Gott, vor uns selbst, vor den Mitmenschen und den nachfolgenden Generationen, sowie der Natur verantworten können.
Der hochinteressante und absolut kurzweilige Einkehrtag wurde mit einem gemeinsamen Mittagessen beendet. Der Kreisvorsitzende Michael Graml bedankte sich bei allen Teilnehmern für die rege Diskussion und führte kurz aus, dass der Erlös aus der Kirchenkollekte in Höhe von rund 200,-- € als Spende in die Region Tambacounda in den Senegal kommt.
Darüber hinaus verwies Herr Graml auf das diesjährige Jahresthema der KLB Eichstätt „Fair-wandel dein Klima“ und hat alle Teilnehmer zu diversen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen eingeladen.
Schriftführer: Sebastian Schön
58. Entedankfest am 04.10.2009 in Breitenbrunn
Eine Hauptaufgabe der Katholischen Landvolkbewegung Eichstätt ist die Förderung des ländlichen Raumes und ihrer Bewohner.
Die Pflege des Brauchtums und die Verwurzelung der Menschen zu ihrer Heimat sind wichtige Bestandteile des ländlichen Raumes.
Kommentare zu den 11 Festwägen:
Festwagen Langenthonhausen: Verehrung des heiligen Sebastian
Traditionell wird hier in Breitenbrunn der heilige Sebastian besonders verehrt. Die Sebastianswoche im Januar - früher sogar eine Bruderschaft - ist fest im Kalender verankert. Die überlieferte Tradition wird gepflegt und wurde weiter entwickelt mit einem Vortrag, der als ein Impuls für das bevorstehende Jahr betrachtet werden kann.
Festwagen Dürn: Kräuterbüschel -Heilkraft und Glauben
Früher kannten viele Menschen die Heilkräfte, die in den Pflanzen und in der Natur liegen. Verbunden mit dem gläubigen Vertrauen auf Gottes Segen wird das im Brauchtum des Kräuterbüschels sichtbar. Nach einiger Zeit des einseitigen Denkens an Medizin und Pharmazie kommt heute wieder verstärkt der ganzheitliche Ansatz von Gesundheit und Wohlbefinden durch Naturheilmittel und Ausgeglichenheit zum Vorschein.
Festwagen Eismannsdorf/Premerzhofen: Allerseelen-Glauben statt Halloween
Der Tod und damit verbunden die Vorstellungen zum Übergang vom Leben in die Ewigkeit gehörten früher einfach dazu. So haben sich rund um Allerheiligen Bräuche wie das
Festwagen Erggertshofen: Licht in der dunklen Jahreszeit
In Zeiten, in denen Strom und Licht zur Selbstverständlichkeit geworden sind, vergisst man leicht die Einschränkungen aus früherer Zeit, wenn im Herbst die Tage kürzer wurden. Es entwickelten sich Bräuche, wie die Verbindung des heiligen Martin mit der Laterne, die unsere Kinder alle Jahre wieder aufleben lassen. Auch uns täte eine bewusste Einteilung unseres Lebens nach den Jahreszeiten gut und wir könnten uns nach bewusstem Erleben der dunkleren Zeit umso mehr auf den nächsten Frühling mit längeren Tagen freuen.
Festwagen Buch: Advent als stille Zeit statt Vorweihnachtsrummel
Rorateamt und Kerzenlicht, Verzicht auf Tanz und Musik, das war einmal Advent für uns. Heute erdrücken wir den eigentlich als stille Zeit gedachten Advent mit Christkindlmärkten und Vorweihnachtstrubel. Die Möglichkeit uns in Ruhe, bewusst und bedächtig, auf das eigentliche Fest Weihnachten vorzubereiten, nehmen wir uns somit selber. Es täte uns aber gut, wenn wir statt andauerndem und eintönigem Trubel, diesen Rhythmus von stillen Wochen und Festzeiten wieder erspüren und erleben würden. Es liegt in unserer Hand!
Festwagen Kath. Landvolk: Handwerker auf der Walz – Weiterbildung durch Vielfalt
Wenn früher Handwerker auf der Walz sich von einem Ort zum nächsten begaben, dann ging es vor allem um das Dazulernen und das Aneignen der Erfahrungen anderer Meister. Ist es heute nicht ebenso? Man lernt nie aus. Will man beruflich weiterkommen, muss man vielfältig gebildet und erfahren sein. Arbeiten oder ein Praktikum in anderen Firmen oder Branchen und auch im Ausland gehören doch heute schon dazu. Da hat sich eigentlich nichts verändert!
Festwagen Gimpertshausen: Backofen – Früher wichtige Funktion - heute Dorfmitte
Der Backofen war früher für jedes Anwesen wichtig, und der Backtag, an dem Brot für viele Personen und Tage gebacken wurde, war ein besonderer Tag. Diese Funktion brauchen wir heute nicht mehr. Geblieben ist aber das Gemeinschaftsgefühl rund um das Brot und den Backofen. So ist in mehreren Dörfern ganz bewusst ein Backofen in der Ortsmitte erhalten oder neu gebaut worden. Er dient als Treffpunkt und als Festplatz. So wird die ursprüngliche Tradition in eine neue übergeführt.
Festwagen Kath. Landjugend: Vereine – die Gemeinschaften auf dem Dorf
Unsere Vereine sind immer wieder Thema beim Erntedankfest, nicht weil uns nichts Neues mehr einfällt, sondern weil sie so wichtig sind. Vereinsjubiläen mit den dazugehörigen Festen zeigen uns deutlich die Tradition unseres Vereinslebens. In unserer Zeit wird es aber zunehmend schwieriger die ehrenamtliche Tätigkeit in den Vereinen aufrecht zu erhalten. Wenn wir uns vergegenwärtigen, wie viel ärmer das Leben im ländlichen Raum ohne zahlreiche, vielfältige und intakte Vereine wäre,
Festwagen Hamberg: Weiderechte – Zusammenarbeit in der Landwirtschaft
Die gemeinsame Beweidung von Flächen, die im Besitz der Dorfgemeinschaft waren, ist eine althergebrachte Form der Zusammenarbeit unter den Bauern. Dieses gemeinsame Handeln ist durch die Technisierung der Landwirtschaft etwas in den Hintergrund gedrängt worden. Zum Senken der Kosten, aber vor allem zum Behaupten der Position auf den Märkten, muss das gemeinsame Handeln wieder wesentlich stärker werden.
Festwagen Kemnathen: Talwiesen: früher Bewässerung – heute Naturschutz
Wiesen im Tal und die zugehörigen Vorrichtungen und Rechte zum Bewässern waren in früherer Zeit ein wertvolles Gut, weil mehrere Schnitte und auch in trockenen Jahren reichliche Ernte eingefahren werden konnte. Durch moderne Landbewirtschaftung auf den Hochflächen sind dieser Wert und diese Funktion der Talwiesen verloren gegangen. Nicht ohne Pflege, aber durch extensive Bewirtschaftung sind unsere Talauen jetzt ein wichtiger Teil des Landschafts- und Naturschutzes.
Festwagen OGV Breitenbrunn: Erntedank
Zum Abschluss, zur Zusammenfassung und als Höhepunkt setzen wir das traditionelle Danken für die Ernte. Was durch die Kraft der Natur und die Arbeit der Menschen entstanden ist stellen wir zum Dank an Gott in das Zentrum unseres Festes. Dankbarkeit beinhaltet das Wissen um die Begrenztheit der eigenen Kraft und um die Notwenigkeit des gemeinsamen und des göttlichen Zutuns. Solches Danken ist gelebte Tradition und auch erforderliche Grundlage für Gegenwart und Zukunft.
Quelle: Kommentare von Bürgermeister Josef Kellermeier
Die Katholische Landvolkbewegung im Kreis Neumarkt ruft daher dazu auf ,sich für den Glauben zu engagieren. Auch mit der Teilnahme an örtlichen und überörtlichen Angeboten des Katholischen Landvolkes oder anderer Kirchlicher Organisationen können Sie Zeugnis ablegen für ihren Glauben und diesen bekräftigen.
Sebastian Schön

08421-50888
Das Erntedankheft 2010 ist ab sofort erhältlich
